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Schweiz plant dezentrale Olympische und Paralympische Winterspiele 2038

(c) Swiss Olympics

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Die Olympischen und Paralympischen Winterspiele könnten 2038 in die Schweiz zurückkehren. Mit dem Projekt Switzerland 2038 verfolgt die Schweiz einen dezentralen Ansatz, bei dem nicht eine einzelne Stadt, sondern das gesamte Land als Gastgeber fungiert.

Die Wettbewerbe sollen über alle Landesteile und Sprachregionen verteilt werden – von der Romandie über die Zentralschweiz bis nach Graubünden. Die Schweiz befindet sich dazu in einem privilegierten Dialog mit dem Internationalen Olympischen Komitee. Dieser exklusive Austausch erlaubt es, die Kandidatur bis Ende 2027 gezielt weiterzuentwickeln. Getragen wird das Projekt von Swiss Olympic, Swiss Paralympic sowie den nationalen Wintersportverbänden, die im November 2023 den Verein «Olympische und Paralympische Winterspiele 2038» gegründet haben.

Ziel der Kandidatur ist es, bestehende Stärken des Wintersportlandes Schweiz zu nutzen und gleichzeitig neue Maßstäbe für nachhaltige Großveranstaltungen zu setzen. Vorgesehen ist, auf bestehende Sportstätten zurückzugreifen, die regelmäßig Weltcups sowie Welt- und Europameisterschaften ausrichten. Dadurch sollen sowohl Kosten als auch ökologische Auswirkungen begrenzt werden.

Die aktuellen Planungen sehen für die Olympischen Spiele unter anderem Wettbewerbe in Genf, Lausanne, Crans-Montana, Engelberg, Zürich, Lugano, Lenzerheide und St. Moritz vor. Die Paralympischen Bewerbe sollen ebenfalls auf mehrere Standorte verteilt werden, darunter Genf, Lausanne, Lenzerheide und St. Moritz. Eröffnungs- und Schlussfeiern sind in Lausanne beziehungsweise Bern geplant. Mehr als 80 Prozent der Athletinnen und Athleten sollen in drei zentralen Clustern untergebracht werden.

Ruth Metzler-Arnold, Präsidentin von Swiss Olympic, betont die langfristige Wirkung eines solchen Großereignisses: „Nichts hat eine vergleichbare Kraft wie der Fixstern einer grossen Sportveranstaltung, die einer ganzen Generation von Athletinnen und Athleten als Leuchtturm dient und die Menschen im ganzen Land inspiriert.“ Auch Frédéric Favre, CEO des Trägervereins, sieht im Konzept einen historischen Schritt: Die Schweiz könnte erstmals als „Host Country“ auftreten und damit einen neuen Weg in der olympischen Geschichte einschlagen.

Das Gesamtbudget für Switzerland 2038 wird auf rund 2,2 Milliarden Franken geschätzt. Rund 82 Prozent sollen privat finanziert werden, der Rest durch Beiträge der öffentlichen Hand. Defizitgarantien von Bund oder Kantonen sind nicht vorgesehen; stattdessen sind Budgetreserven und eine privat getragene Defizitabsicherung eingeplant. Studien rechnen mit einer Wertschöpfung von bis zu 3,7 Milliarden Franken sowie mehreren zehntausend Arbeitsplätzen über einen längeren Zeitraum.

Nachhaltigkeit und langfristige Nutzung stehen im Zentrum des Projekts. Eine Machbarkeitsstudie kommt zum Schluss, dass Switzerland 2038 das Potenzial hat, neue Standards für umweltverträgliche Sportgroßveranstaltungen zu setzen. In den kommenden Jahren stehen politische Entscheidungen auf Bundesebene sowie die finale Vergabe durch das IOC im Jahr 2027 an.

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