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Milano-Cortina 2026 setzt bei Cybersicherheit auf KI-gestützte Netzwerkinfrastruktur

(c) GEPA pictures/ Alexander Solc

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Nach vereitelten Cyberangriffen in den ersten Tagen der Winterspiele setzen die Organisatoren auf eine Kombination aus internationaler Zusammenarbeit und KI-gestützter Netzwerktechnologie. Die geografisch weit verteilten Spiele gelten als besonders anspruchsvoll in der Absicherung.

Die Organisatoren von Milano-Cortina 2026 sehen sich nach eigenen Angaben gut vorbereitet, um Cyberangriffe während der Winterspiele zu verhindern oder zu bewältigen. In den ersten Tagen der Spiele konnten mehrere mutmaßlich russlandnahe Distributed-Denial-of-Service-(DDoS)-Angriffe auf Websites im Umfeld der Spiele abgewehrt werden. Betroffen waren unter anderem olympiabezogene Seiten, Hotels in Cortina d’Ampezzo sowie nationale Botschaften.

DDoS-Angriffe zielen darauf ab, Systeme durch eine Überlastung mit Datenverkehr unzugänglich zu machen. Angesichts früherer Vorfälle bei Olympischen Spielen und der aktuellen geopolitischen Lage gilt das Risiko weiterer Angriffe als erhöht. Justin Moore, Senior Manager bei Unit 42, einer Division von Palo Alto Networks, erklärt: „Russlands Ausschluss vom Medaillenwettbewerb bei den Winterspielen 2026 verändert den strategischen Kontext rund um Mailand-Cortina. Da keine Nationalmannschaft teilnimmt, sind klassische Abschreckungsmechanismen, die mit Reputations- oder Wettbewerbsfolgen verbunden sind, reduziert.“ Zudem sagt er: „Angesichts der Geschichte russlandnaher Cyberaktivitäten gegen frühere Olympische Spiele kann das Risiko staatlich unterstützter Cyberoperationen nicht ausgeschlossen werden, möglicherweise unter Rückgriff auf bereits beobachtete störende oder beeinflussende Taktiken.“

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Die italienische Nationale Cybersicherheitsagentur (ACN) hat 20 Mitarbeitende speziell für den Schutz der Spiele eingesetzt. Darüber hinaus unterstützen unter anderem Frankreich und die USA bei der Identifikation und Prävention potenziell schädlicher Aktivitäten.

Eine zentrale Rolle spielt die technologische Infrastruktur der Spiele. Technologiepartner wie Deloitte als leitender Integrator sowie HPE als offizieller Netzwerkpartner verantworten Aufbau und Betrieb der IT-Systeme. Das Netzwerk verbindet mehr als 40 Wettkampf- und Nicht-Wettkampfstätten und unterstützt über 3.000 Athletinnen und Athleten, mehr als 11.000 Medien- und Broadcast-Mitarbeitende sowie zahlreiche Freiwillige und Organisationskräfte. Insgesamt werden mehr als eine Million Verbindungen verarbeitet.

Die Infrastruktur bildet die Grundlage für WLAN, Ticketing- und Bezahlsysteme, Broadcast-Anbindungen, Venue-Management-Systeme sowie Zeitnehmungs- und operative Software. Aufgrund der Ausdehnung der Spiele über rund 22.000 Quadratkilometer in Norditalien gilt die Absicherung als besonders komplex.

Giuseppe Civale, Director of ICT Infrastructure and Venue Technologies für Milano-Cortina 2026, erklärt: „Unser Netzwerk benötigt höchste Leistungsfähigkeit und Stabilität – vom Rechenzentrum bis zu jedem einzelnen Zugangspunkt.“ Zudem sagt er: „Wir übertragen eine beispiellose Menge an hochauflösendem 8K-Material an mehr als 200 Rechteinhaber, die die Spiele weltweit ausstrahlen werden. Vertrauen muss ebenso selbstverständlich sein wie Skalierbarkeit und Sicherheit.“

Nach Angaben von HPE kommt eine softwaredefinierte Netzwerktechnologie zum Einsatz, bei der Sicherheitsmechanismen direkt in die Architektur integriert sind. Rami Rahim, General Manager des Networking-Geschäfts bei HPE, betont: „Für die Veranstalter ist es sehr wichtig, dass es keinen peinlichen Vorfall gibt, bei dem ein Angreifer erfolgreich ist.“ Weiter führt er aus: „Genauso wichtig ist es jedoch, das Netzwerkerlebnis nicht zu beeinträchtigen, indem überall Firewalls stehen. Um das zu erreichen, muss ein Netzwerk aufgebaut werden, in das Sicherheit integriert ist, bei dem das Netzwerk selbst als Sensor fungiert, Bedrohungen erkennt, Richtlinien umsetzt sowie blockiert und verhindert.“

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