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Experten stellen FIFA-Angaben zu 500 Millionen WM-Ticketanfragen infrage

(c) GEPA pictures/ Witters/ Tim Groothuis

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Die von der FIFA kommunizierte Zahl von rund 500 Millionen Ticketanfragen für die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 stößt in der Branche auf Skepsis.

Mehrere Fachleute bezweifeln laut einem Bericht von insidersport.com, dass diese Größenordnung die tatsächliche Nachfrage von Fans widerspiegelt und verweisen auf strukturelle Effekte im digitalen Ticketing. Nach Angaben der FIFA seien während der ersten Bewerbungsphase zwischen 11. Dezember 2025 und 13. Januar 2026 weltweit mehr als eine halbe Milliarde Ticketanfragen eingegangen. Besonders gefragt seien demnach das Eröffnungsspiel in Mexiko-Stadt, das Finale in New Jersey sowie einzelne Gruppenspiele gewesen. Ein großer Teil der Anfragen kam aus den Gastgeberländern USA, Mexiko und Kanada, ergänzt durch hohe Nachfrage aus europäischen und südamerikanischen Fußballmärkten.

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FIFA-Präsident Gianni Infantino sprach in diesem Zusammenhang von einem „globalen Signal“, das über klassische Stadionbesuche hinausgehe. Gleichzeitig prüfe der Weltverband zusätzliche Möglichkeiten, wie Fans weltweit am Turnier teilhaben könnten.

Die veröffentlichten Zahlen werden jedoch kritisch hinterfragt. Der britische Fußballfinanzexperte Kieran Maguire wies darauf hin, dass die behauptete Größenordnung statistisch schwer nachvollziehbar sei. Angesichts der Weltbevölkerung würde dies bedeuten, dass sich rechnerisch jeder zwölfte Mensch um Tickets beworben habe. Maguire verwies in diesem Zusammenhang auf mögliche Mehrfachanträge sowie Aktivitäten von Bots, Wiederverkäufern und spekulativen Akteuren.

Die FIFA entgegnet, dass jede Ticketanfrage über eindeutige Kreditkartendaten validiert worden sei, um Duplikate zu vermeiden. Zudem sei es Haushalten erlaubt gewesen, Anträge für bis zu 40 Tickets pro Spiel einzureichen. In Kombination mit 104 Spielen könnte dies – rein rechnerisch – zu sehr hohen Antragszahlen führen.

Auch aus dem Bereich Sport-Hospitality kommt Kritik. Branchenvertreter sehen in den Zahlen weniger ein Abbild reiner Fan-Nachfrage, sondern vielmehr ein Indiz für systemische Schwächen globaler Ticketplattformen. Moderne Technologien, automatisierte Anfragen und ein professionell organisierter Graumarkt hätten den Ticketverkauf bei Großereignissen deutlich verändert.

Vor dem Hintergrund der erstmals geplanten Einführung dynamischer Ticketpreise bei einer Weltmeisterschaft gewinnt die Diskussion zusätzlich an Brisanz. Dabei werden Preise in Echtzeit an die Nachfrage angepasst – ein Modell, das laut Kritikern die Attraktivität für Spekulation und Weiterverkauf weiter erhöhen könnte.

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