sportsbusiness.de

„Wir Frauen brauchen die Männer und die Männer brauchen uns Frauen“ – FE&MALE Sports Conference setzt auf Dialog und Zusammenarbeit

(c) Sport Austria/Michael Meindl

Diesen Artikel teilen

Im Rahmen des Tennisturniers Upper Austria Ladies Linz fand im Design Center Linz die vierte Advantage Ladies FE&MALE Sports Conference statt. Rund 200 Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus Sport, Medien und Wissenschaft diskutierten unter dem Motto „United for Change“ über Maßnahmen für mehr Geschlechtergerechtigkeit im Sport.

sportsbusiness.at war bei der Veranstaltung ebenfalls vor Ort und hat die wichtigsten Eindrücke mit der Kamera begleitet.

Inhaltlich wurde das Format der Konferenz in diesem Jahr teilweise neu gestaltet. Während in den vergangenen Ausgaben das gesamte Programm aus Vorträgen und Paneldiskussionen auf der Bühne bestand, wurde der Nachmittag diesmal bewusst interaktiver gestaltet. Nach den Bühnenprogrammen am Vormittag standen Workshops zu Themen wie Coaching und Training, Strategie und Strukturen, Medien und Kommunikation, Forschung sowie Respekt und Sicherheit im Mittelpunkt. Ziel war es, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stärker einzubinden und den Austausch sowie die Vernetzung zu fördern.

Auf der Bühne standen unter anderem Skeleton-Olympiasiegerin Janine Flock, Fußball-Nationalspielerin Sarah Zadrazil und Tennistrainerin Judy Murray. Ergänzt wurde das Programm durch Beiträge aus Medien und Wissenschaft.

>> Keine sportsbusiness.at News mehr versäumen: Jetzt für den Newsletter anmelden und exklusive Vorteile genießen

Einen besonders persönlichen Einblick bot der Auftritt von Janine Flock, die ihren Programmpunkt gemeinsam mit ihrem Trainer Michael Grünberger gestaltete. In Form eines offenen Gesprächs zwischen Athletin und Trainer ging es um Vertrauen, Zusammenarbeit und die Rolle von Gleichberechtigung im Leistungssport.

Im Zuge der Konferenz wurden auch Ergebnisse einer Marktforschungsstudie präsentiert, die Sport Austria und die Reichel Business Group gemeinsam mit dem IMAS-Institut durchgeführt haben. Die Untersuchung beschäftigte sich unter anderem mit der Wahrnehmung von Chancengleichheit im Sport, mit Vorbildern sowie mit der Bedeutung von Sport in der Kindheit.

DDr. Paul Eiselsberg vom IMAS-Institut erklärte dazu: „Wir sehen, dass Sport für die Österreicher*innen ein wichtiger Teil ihres Lebens ist. Insgesamt ist die Wichtigkeit für Männer nochmal etwas höher als bei den Frauen. Sport gehört ganz wesentlich zur Persönlichkeitsentwicklung, für das Selbstvertrauen und das Selbstwertgefühl. Es geht eindeutig um mehr als Bewegung. Dabei ist die Leistungsorientierung bei den Männern viel höher als bei den Frauen. Das ist bereits ein Hemmnis für Frauen, die den Sport vielleicht eher zum Spaß ausüben.“

Sport-Austria-Präsident Hans Niessl betonte die Bedeutung struktureller Maßnahmen: „Mit der von Sport Austria mitorganisierten FE&MALE Sports Conference setzen wir ganz bewusst konkrete Schritte für mehr Vielfalt und echte Chancengerechtigkeit. Unser Ziel ist klar: den Gender Gap im Sport Schritt für Schritt zu schließen. Linz war dafür bereits zum vierten Mal zentraler Ort des Austauschs.“

Turnierdirektorin Sandra Reichel hob die Rolle von Vorbildern hervor: „Für den Frauensport ist es so wichtig, ein Vorbild zu haben. Viele reden über die Sichtbarkeit des Frauensports; bei uns, beim Upper Austria Ladies Linz, passiert das wirklich. Das zeigen Vorbilder wie Lilli Tagger, aber auch Trainerinnen wie Conchita Martinez oder Francesca Schiavone.“

Skeleton-Olympiasiegerin Janine Flock verwies auf die Bedeutung von gegenseitigem Verständnis im Sport: „Wir Frauen brauchen die Männer und die Männer brauchen uns Frauen, man sollte auf Augenhöhe miteinander umgehen, jeder hat seine Stärken. Es geht darum, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen sich Mädchen wohl fühlen und offen kommunizieren können.“

Die besten Bilder von der Konferenz

Tennistrainerin Judy Murray unterstrich die Bedeutung weiblicher Führungskräfte im Sport: „Wir brauchen Frauen in solchen Positionen, um Frauen zu verstehen. Ich würde mir mehr Frauen als Entscheidungsträgerinnen wünschen. Wir brauchen Frauen am Kopf des Tisches, die ihre Stimme erheben und sich in diesen Positionen für Frauen einsetzen.“

Auch Österreichs Fußballerin des Jahres 2025, Sarah Zadrazil, sprach über strukturelle Herausforderungen im Frauenfußball: „Der Fußball ist sehr männerdominiert. Es ist wichtig, dass man dem Frauenfußball die Sichtbarkeit gibt. Bevor wir uns über gleiche Bezahlung unterhalten, müssen zunächst die Bedingungen dafür geschaffen werden.“

Die Konferenz versteht sich als Plattform für Austausch und Vernetzung und soll Impulse für langfristige Veränderungen im Sport setzen.

Neueste Beiträge

(c) Strykerlabs

Weniger Verletzungen, bessere Entscheidungen: Das Geschäftsmodell von Strykerlabs [Exklusiv]

Eishockey Symbolbild

[Job] Redakteur (m/w/d) – Eishockey (Schweiz / Österreich)

(c) GEPA pictures/ Kevin Hackner

Nike vor Champions-League-Deal als neuer Ballausrüster

(c) Canva / Pixabay

Bay Collective steigt bei Sunderland Women ein

(c) GEPA

Olympiasiegerin Flock: Liebhaberei beim Sponsoring kein Kriterium [Exklusiv]

Podcast​